Die Situation der indigenen Völker in Lateinamerika ist meist prekär. Rassismus, Vertreibung und bittere Armut gehören zu ihrer täglichen Erfahrung. Bis jetzt haben sie noch keine politische Stimme gewonnen, obwohl immer wieder Menschenrechtsorganisationen auf das schwierige Leben der Bevölkerungsgruppen hinweisen.
Regisseur Marco Bechis hat seinen Film “Birdwatchers” den Guaraní in Brasilien gewidmet. Die Guaraní sind ein indigenes Volk in Brasilien, Paraguay und anderen lateinamerikanischen Ländern.
Sein beeindruckendes Drama, das stellenweise wie ein Dokumentarfilm wirkt, beginnt mit einer Touristengruppe auf Vogelbeobachtung. Die Reiseleiter – Großbauern in der brasilianischen Region Mato Grosso do Sul – haben die dort lebenden Guaraní-Kaiowa engagiert, in “traditionellen” Kostümen am Flußufer zu posieren. Kaum ist das Touristenkanu vorbeigeschwommen, ziehen sich die Guaraní T-Shirt und Shorts an und werden in das Reservat zurück gefahren.
Die zweite Szene zeigt zwei Guaraní-Jungs beim Jagen im Regenwald. Dabei stoßen sie auf zwei Mädchen ihrer Gruppe, die sich erhängt haben. Dieses schreckliche Ereignis, das zum wiederholten Male über die Gruppe hereingebrochen ist, veranlasst die Guaraní dazu, an den Platz ihrer Vorfahren zurück zu kehren. In dem Reservat sehen sie keine Perspektive für sich und für ihr Überleben. Allerdings “gehört” dieses Stück Land inzwischen dem Großbauern, der die Bäume abgeholzt und ein Feld angelegt hat.
Der Gegensatz zwischen dem üppigen Dschungel und dem kargen Feld zieht sich durch den gesamten Film. Die Guaraní bauen am Rand des Feldes ihre Siedlung auf – aus Plastikplanen und Holzpfeilern. Der Großbauer droht ihnen, postiert eine Wache auf dem Feld, lässt die Gruppe sogar mit Pestiziden besprühen… Doch die Guaraní sehen für sich und für ihren Seelenfrieden keinen anderen Weg, als auf die “Erde ihrer Vorfahren” zurück zu kehren.
Wer wissen möchte, wie der Kampf um das Stück Land ausgeht und welches Schicksal die beiden Guaraní-Jungs erleiden, sollte sich den aufrüttelnden Film “Birdwatchers” auf alle Fälle ansehen.
Birdwatchers greift die Problematik des Landbesitzes in Brasilien und ganz Lateinamerika auf: Kann allein der Grundbucheintrag entscheiden, wem ein Stück Land gehört? Ein Thema, das auch Eduardo Galeano in seinem Buch “Las Venas Abiertas de America Latina“ aufgreift. Die Guaraní leiden immer häufiger an Unterernährung, weil sie auf dem ihm zugeteilten Land nicht genug Nahrung jagen und anbauen können.
Außerdem ist es eine erschütternde Realität, dass viele Angehörige dieser Volksgruppe an Depressionen leiden und sich das Leben nehmen. Auf der offiziellen Birdwatchers-Seite steht, dass sich seit 1986 mehr als 517 Guaraní Selbstmord begangen haben. Allein im Jahr 2008 verübten 34 Guaraní Selbstmord!
Für uns von Ulrati war auch interessant, welchen großen Stellenwert die Magie bei dem Guaraní-Volk einnimmt. Bedrohungen und erschreckenden Ereignissen wird mit magischen Ritualen begegnet – aber auch die Besetzung des Landstückes wird unter anderem mithilfe von Magie bewerkstelligt.
Außerdem freuten wir uns, die Schmuckstücke aus Pflanzensamen zu sehen, die von den Guaraní getragen werden. Sie benutzen zum Beispiel die grauen Lagrimas de San Pedro-Samen und auch viele Federn. Wir haben derzeit nur eine Kette, die diesen Schmuckstücken aus Samen ähnlich sieht. Ohrringe mit Federn können wir unseren Kunden hingegen weiterhin zahlreich anbieten. Fotos folgen in Kürze – wir werden die beschriebenen Ohrringe und die Kette auch noch in unseren Shop einstellen.
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