Unsere Perureise – Teil I: Lima

Ein kleiner Ausschnitt unserer Familie in Peru

Ein kleiner Ausschnitt unserer Familie in Peru

So, wie versprochen möchten wir euch heute die erste Station unserer Perureise vorstellen: Lima. Aber bevor wir euch mehr über unsere Tage in der peruanischen Hauptstadt erzählen, müssen wir doch noch einmal etwas weiter ausholen…

Warum gerade Peru?
Ganz einfach – wir bei Ulrati sind Ulrike und Gregory. Gregory kommt ursprünglich aus Peru. In Lima hat er seine Kindheit und Jugend verbracht und dort lebt natürlich seine große Familie. Seit mindestens drei Jahren möchten wir nach Peru fliegen. Um Gregorys Familie (wieder) zu sehen und um das Land zu bereisen. Jetzt, im Herbst 2009, wurde unsere Peru-Reise endlich Wirklichkeit. Aber da wir inzwischen seit ca. 1 1/2 Jahren südamerikanischen Schmuck verkaufen, wollten wir unseren Aufenthalt in dem südamerikanischen Staat natürlich auch mit unseren Geschäften verbinden. Neue Kontakte zu Herstellern und Verkäufern knüpfen, altbewährte, schöne Produkte und neue Modelle einkaufen…

Wie ist Lima?
Touristen halten sich meist nur einen Tag (wenn überhaupt) in der peruanischen Hauptstadt auf. Schon allein der Weg vom Flughafen in Callao bis in das Touristen- und Reichenviertel Miraflores ist für die meisten beängstigend. Unser Tipp: Nicht so genau hinschauen und einfach Vertrauen in die Fahrer haben. Wenn doch einmal jemand zu rasant fährt, dann kann man ihn auch freundlich (aber bitte auf Spanisch!) darauf hinweisen.

Puente de los Suspiros in Barranco - Lima

Puente de los Suspiros in Barranco - Lima

Wen der Verkehr nicht schockiert, der fühlt sich vielleicht von der Wetterlage deprimiert. Jetzt im peruanischen Frühling hing immer eine Dunstschicht über Lima. Das sind nicht nur Abgase, sondern Küstennebel. Allerdings kommen einige wunderbare Schriftsteller und Künstler aus Peru. Die “Puente de los suspiros” im Künstlerviertel Barranco zusammen mit der melancholischen Wetterlage haben die Kreativen Perus zu bedeutenden Kunstwerken inspiriert…
In diesem Sinne muss man Lima verstehen; so kann man es lieben lernen. Natürlich ist es für zart-besaitete, europäische Seelen schwierig, mit einer Millionenmetropole voll Verkehr, Musik, Menschen, Problemen und “Chaos” zurecht zu kommen. Aber jeder wird schöne Ecken finden und – vor allem – liebenswerte Menschen kennen lernen.

Gibt es dort viel Kriminalität?
Sicher ist Lima mit Vorsicht zu genießen. Aber uns ist nichts passiert und wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Natürlich hatten wir den Vorteil, dass wir Gregorys Familie meist dabei hatten. Die kennen sich mit den Straßen und Stadtvierteln aus und können außerdem gefährliche Situationen abschätzen. Aber die Polizeipräsens in Miraflores, Barranco und auch “Lima Centro” (die koloniale Altstadt) ist erstaunlich. An jeder Ecke steht ein Polizist oder ein Sicherheitsmann. Als Tourist muss man einfach etwas vorsichtiger auftreten – man sollte nicht immer seine Kamera überall rumzeigen, man sollte beim Taxifahren die Tür verschließen, man sollte sich nicht von einem Fremden zu einem Drink einladen lassen usw.

Eine Möglichkeit des Lastentransports - Lima

Eine Möglichkeit des Lastentransports - Lima

Wo ist Lima besonders schön?
Uns hat das Viertel Barranco am besten gefallen. Bunte Häuser, Grünflächen, viele Bars, Kneipen und Restaurants, Galerien, die romantische “Seufzerbrücke” und natürlich der Weg zum Strand. In Barranco gibt es auch schöne Unterkünfte, die nicht ganz so teuer wie in Miraflores sind.
Natürlich ist Miraflores auch sehenswert – ein großer Kontrast zu den ärmeren Vierteln Limas. Dort ist es relativ ruhig, grün und es gibt viele teure Geschäfte und Restaurants. “Larco Mar”, das Einkaufszentrum direkt am Meer, ist allein schon wegen den Paraglidern, die dicht über den Köpfen der Leute langfliegen, ein Besuch wert. Dort gibt es außerdem schöne (aber teure) Boutiquen mit peruanischem Kunsthandwerk.
Die koloniale Innenstadt ist nichts für ruhebedürftige Leute. Dort kann man einen Einblick in das peruanische Alltagsleben gewinnen, denn hier sind – neben den sehenswerten Kolonialhäusern und Kirchen – Lokale und Geschäfte, die von den Limeños selbst frequentiert werden. Auf den Straßen herrscht Verkehrschaos und die Fußgängerzone ist voll Menschen. Uns hat das Gefallen… :) Wer in die Seitenstraßen abbiegt, kann schöne Geschäfte mit Kunsthandwerk aus allen Teilen Perus und ganz Südamerikas finden.
Chosica – davon erzählte uns Julius schon in dem wunderschönen Buch “Eine Welt für Julius”. Ca. eine Stunde von Lima entfernt, scheint über dem Vorort die Sonne und es ist angenehm warm. Hierher machen die Schulklassen und Familien aus Lima Tagesausflüge. Verschiedene Clubs bieten Vergnügungsmöglichkeiten – natürlich vor allem für Kinder.

Kinder und Inka Cola - zwei Schätze Perus

Kinder und Inka Cola - zwei Schätze Perus

Der Parque de las Leyendas lohnt sich ebenfalls. Wir hatten nicht so viel Zeit, um den gesamten Zoo zu besuchen. Es gibt dort sogar einen Condor und weitere in Peru einheimische Tiere. Die meisten der Zoobewohner haben schöne Gehege. Man sollte nicht über die Menge der Kinder, die jeden Tag den Zoo besuchen, erschrecken. Wir schlenderten über den Spielplatz des Zoos und waren einfach sprachlos, wie viele Kinder dort herum tollten. Die Kleinen sind wirklich das wertvollste Kapital Perus – während hier die Straßen gähnend leer sind, hüpfen dort auf jedem Meter ein paar kleine Peruaner herum.
Wenn man ein bisschen Zeit für Lima mitgebracht hat, dann sollte man auf alle Fälle auch eine Peña besuchen. Dort werden folkloristische Tänze aus ganz Peru aufgeführt. Wie sind in die Peña “Brisas del Titicaca” gegangen und waren begeistert. Zu Livemusik zeigten die Tänzer farbenfrohe, peruanische Tänze. Vor allem der Marinera, einer der wichtigsten Nationaltänze aus dem Norden Perus, versetzt jeden Zuschauer in Staunen…

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